Im Suchmaschinenmarketing gab es lange die Möglichkeit, Kampagnen gezielt nach Spracheinstellungen der Nutzer auszurichten. Mit dem Ende des Language Targetings bei Google Ads Suchkampagnen verändert sich dieser Ansatz grundlegend. Für viele Unternehmen, die international oder mehrsprachig werben, bedeutet das: Strategien müssen angepasst werden.
Was war Language Targeting bisher?
Bislang konnten Werbetreibende in Google Ads festlegen, dass ihre Suchanzeigen nur Nutzern mit einer bestimmten Browsersprache oder Google-Spracheinstellung ausgespielt werden.
Beispiele:
- Englische Anzeige nur für Spracheinstellung Englisch.
- Spanische Kampagne nur für spanischsprachige Nutzer.
So war es möglich, internationale Kampagnen sauber zu trennen und Streuverluste zu minimieren.
Warum schafft Google das Language Targeting ab?
Google begründet die Entscheidung mit:
- Nutzerverhalten: Viele suchen in mehreren Sprachen.
- Geräte und Apps sind multilingual.
- Fokus auf Intent statt Spracheinstellungen.
- Vereinfachung durch Automatisierung.
Kurz: Google will Suchkampagnen stärker auf Suchintention als auf Sprache fokussieren.
Ab wann gilt die Änderung?
Das Language Targeting wird Schritt für Schritt abgeschafft und ist ab 2025 in neuen Suchkampagnen nicht mehr verfügbar. Bestehende Kampagnen werden automatisch umgestellt, sodass Anzeigen anhand von Standort, Keywords und Machine-Learning-Signalen ausgeliefert werden.
Folgen für Advertiser
- Weniger Kontrolle.
- Stärkere Abhängigkeit von Keywords.
- Internationales Targeting wird komplexer.
- Mehr Automatisierung, aber auch Kontrollverlust.
Chancen durch das Ende des Language Targetings
- Mehr Reichweite, auch bei multilingualen Nutzern.
- Fokus auf Intent kann Relevanz steigern.
- Einfachere Kampagnenstrukturen.
Risiken und Herausforderungen
- Höhere Streuverluste.
- Weniger Messbarkeit.
- Komplexere Reporting-Strukturen.
Handlungsempfehlungen für SEA-Strategien
- Keyword-Sets nach Sprache aufbauen.
- Getrennte Kampagnen nach Sprache umsetzen.
- Geotargeting gezielt einsetzen.
- Responsive Search Ads mit Sprachvarianten optimieren.
- Reports anpassen.
- Änderungen mit Tests und Monitoring begleiten.
Beispiel-Szenario
Ein deutsches Unternehmen will deutsch- und englischsprachige Nutzer in der Schweiz ansprechen.
- Früher: eine Kampagne auf Sprache Deutsch, eine auf Sprache Englisch.
- Heute: zwei Kampagnen mit deutschen bzw. englischen Keywords und Anzeigen.
- Standort: Schweiz.
Vorteil: beide Zielgruppen erreichbar.
Nachteil: keine direkte Filterung über Spracheinstellungen.
Langfristige Perspektive
Das Ende des Language Targetings ist Teil der Entwicklung hin zu mehr Automatisierung in Google Ads. Advertiser verlieren Granularität, während Intent, Kreativität und Datenqualität wichtiger werden.
Fazit: Mehr Intent, weniger Kontrolle
Das Ende des Language Targetings markiert einen weiteren Schritt hin zu automatisiertem SEA. Unternehmen müssen ihre Strategien anpassen, auf Keywords, Anzeigentexte und Geotargeting setzen und Streuverluste aktiv minimieren.