Microsoft Ads einrichten: Konto, Import aus Google Ads und erste Kampagne
In welcher Reihenfolge du Konto, Tracking, Google-Import und erste Suchkampagne aufsetzt – und was du nach dem Import prüfen musst.
In welcher Reihenfolge du Konto, Tracking, Google-Import und erste Suchkampagne aufsetzt – und was du nach dem Import prüfen musst.
Wer Microsoft Ads einrichten will, hat meist schon ein laufendes Google-Ads-Konto und die naheliegende Idee, es einfach zu übernehmen. Das geht, ist aber nur ein Teil der Arbeit. Dieser Leitfaden zeigt eine sinnvolle Reihenfolge, die Stellen, an denen sich Microsoft Advertising anders verhält als Google Ads, und was du nach dem Import gezielt nacharbeiten solltest.
TL;DR
Microsoft Ads richtest du in vier Schritten ein: Konto, Tracking, Import oder Neuanlage, Startkontrolle. Das Tracking gehört vor den Import, weil Conversion-Ziele und Gebotsstrategien darauf aufbauen [1]. Und Vorsicht bei geplanten Importen: Sie setzen Änderungen im Microsoft-Konto auf den Stand in Google Ads zurück [2].
Du registrierst dich mit einem Microsoft-Konto bei Microsoft Advertising, gibst grundlegende Unternehmensangaben ein und wählst deine Hauptziele [3]. Die Plattform hieß bis 2019 Bing Ads [4] – Anleitungen zum Einrichten von Bing Ads meinen also dasselbe Werkzeug. Danach folgen vier Arbeitsschritte:
Halte vorher bereit:
Ob sich der Kanal für dein Unternehmen rechnet, ist eine eigene Frage. Die beantwortet der Beitrag Lohnt sich Microsoft Ads?. Hier geht es um das Wie.
Für die Registrierung genügt ein Microsoft-Konto, etwa ein Outlook-, Hotmail- oder Arbeitskonto [3]. Statt einzelner Klicks geht es hier um die Entscheidungen, die du bei der Anmeldung triffst.
Zur Orientierung: Microsoft Advertising hat vier Ebenen – Verwaltungskonto (Manager Account), Werbekonten, Kampagnen und Anzeigengruppen [8]. Das Werbekonto enthält die Kampagnen sowie Angaben zu Währung und Zeitzone [8].
Konten gibt es in zwei Modi. Im Smart-Modus übernimmt die KI von Microsoft das meiste, der Expertenmodus bietet den vollen Funktionsumfang [9]. Dort hast du mehr Kontrolle über die Kampagnensteuerung und kannst mehr Inhalte in deine Anzeigen aufnehmen [9].
Smart-Kampagnen richtet Microsoft an Einsteiger im Suchmaschinenmarketing; später kann ein Wechsel in den Expertenmodus sinnvoll sein [10]. Wer Kampagnen aus Google Ads übernehmen und selbst steuern will, braucht diese Kontrolle – für dieses Vorhaben ist der Expertenmodus deshalb der passende Rahmen.
Die Währung eines Kontos lässt sich nach der Einrichtung nicht mehr ändern [5]. Prüfe sie deshalb, bevor du bestätigst, und lege die Zeitzone passend zu deinen anderen Werbekonten fest, damit Berichte vergleichbar bleiben.
Jedes Konto hat genau eine Zahlungseinstellung: Vorauszahlung (Prepay) oder nachträgliche Abrechnung (Postpay) [5]. Die Kreditkarte ist die am weitesten akzeptierte Zahlungsart; Debit- und Prepaid-Karten werden nur mit Einschränkungen angenommen [11].
Wenn dein Team das Konto künftig selbst betreuen soll, lohnt sich ein Blick auf die Microsoft Ads Schulung.
Weil der Import auf das Tracking aufbaut. Microsoft kann Conversion-Ziele aus Google Ads mit übernehmen – derzeit als Pilot, der nicht allen Konten zur Verfügung steht [1]. Damit importierte Online-Ziele Conversions empfangen, muss ein UET-Tag eingerichtet sein [1]. Fehlt ein Conversion-Ziel, wandelt Microsoft Gebotsstrategien, die eines voraussetzen, beim Import in eine Strategie ohne diese Voraussetzung um [1]. Conversion-basierte Gebotsstrategien brauchen grundsätzlich einen UET-Tag und ein Conversion-Ziel [12].
Die Schlussfolgerung daraus: Wer zuerst importiert und dann das Tracking nachzieht, startet womöglich mit anderen Gebotsstrategien als geplant.
Der UET-Tag zeichnet auf, was Besucher auf deiner Website tun [6]. Du legst ihn in Microsoft Advertising an und baust den Tracking-Code auf jeder Seite der Website ein [7]. Ein einziger Tag reicht für alle Conversion-Ziele und Zielgruppen [13].
Das Conversion-Ziel legst du im linken Menü über „Conversions“ > „Conversion goals“ > „Create“ an und ordnest es dem UET-Tag zu [14]. Das Conversion-Fenster lässt sich auf bis zu 90 Tage einstellen, auch die Zählweise ist wählbar [14]. Mehr zur technischen Einrichtung findest du auf unserer Seite zum Microsoft UET Tag.
Laut einer Ankündigung vom März 2025 verlangt Microsoft seit dem 5. Mai 2025 Einwilligungssignale für Website-Besuche aus dem EWR, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz [15]. Übermitteln lassen sich die Signale über den UET Consent Mode, der mit dem Parameter ad_storage arbeitet [15], oder über das IAB-Rahmenwerk TCF, direkt oder per Consent-Management-Plattform [15]. Fehlen diese Signale, beeinträchtigt das laut Microsoft die Werbeleistung für Besuche aus diesen Regionen [15]. Stimme Consent-Banner und Datenschutzerklärung mit den Verantwortlichen ab, bevor der Tag live geht.
Über das Import-Werkzeug im Konto: Du meldest dich bei Google an, wählst die Kampagnen aus und legst die Importoptionen fest. Die Menüpunkte stehen im Folgenden so, wie die Microsoft-Dokumentation sie nennt.
Beachte: Microsoft Advertising hat andere Mindestgebote und Mindestbudgets als Google Ads und hebt zu niedrige Werte standardmäßig an [2]. Prüfe die Beträge deshalb nach dem Import.
Ein Import kann sofort laufen oder wiederkehrend geplant werden, etwa jeden Sonntag zu einer festen Uhrzeit [16]. Geplante Importe holen die Elemente, die sich seit dem letzten Import in Google Ads geändert haben [2].
Der Haken: Automatisierte Importe setzen Einstellungen auf den Stand in Google Ads zurück und aktivieren Kampagnen wieder [2]. Optimierst du im Microsoft-Konto, gehen diese Änderungen beim nächsten Lauf verloren. Einen geplanten Import kannst du über „Edit“ pausieren oder löschen [2].
| Ausgangslage | Eher passend | Worauf du achten musst |
|---|---|---|
| Das Microsoft-Konto soll eigenständig optimiert werden (eigene Gebote, Budgets, Ausschlüsse) | einmaliger Import | Neue Kampagnen oder Keywords aus Google Ads kommen nicht automatisch an. |
| Microsoft soll Google Ads möglichst genau spiegeln, gepflegt wird nur in Google Ads | geplanter Import | Änderungen direkt im Microsoft-Konto werden beim nächsten Lauf zurückgesetzt [2]. |
| Erst testen, später entscheiden | einmaliger Import, Zeitplan erst nach der Testphase | Vor dem Einrichten des Zeitplans festlegen, wo künftig gepflegt wird. |
Standardmäßig übernimmt Microsoft die meisten unterstützten Kampagnen, Anzeigen, Ausrichtungen und Anzeigenerweiterungen [16]. Dazu gehören Kampagnen mit Budget und Gebotsstrategie, Anzeigengruppen, Keywords mit Keyword-Option und Gebot, responsive Suchanzeigen sowie Erweiterungen wie Sitelinks [1]. Eins zu eins ist die Übernahme trotzdem nicht. Folgende Bereiche verdienen einen zweiten Blick.
Einige Gebotsstrategien unterstützt Microsoft nicht; Kampagnen, die keine Audience-Kampagnen sind, fallen dann standardmäßig auf Enhanced CPC zurück [1]. Gibt es kein Conversion-Ziel, wird eine Strategie, die eines voraussetzt, umgewandelt [1]. Und wer in Google Ads datengetriebene Attribution nutzt, bekommt sie beim Import als Last-Click-Attribution [1] – Vergleiche zwischen beiden Konten hinken dann.
Nicht übernommen werden unter anderem Affinity-Zielgruppen, App-Nutzer, Kundenlisten, detaillierte demografische Merkmale und YouTube-Besucher; In-Market-Zielgruppen und ein Teil der regelbasierten Website-Besucher-Listen kommen dagegen mit [1]. Remarketing-Listen aus Google Analytics fehlen ebenfalls [1]. Was du brauchst, legst du in Microsoft Advertising neu an.
Ohne Google-Vorlage wählst du ein Ziel, benennst die Kampagne und legst das Tagesbudget fest; danach folgen Anzeigengruppen mit verwandten Keywords und passende Anzeigen [3]. Was eine Suchkampagne ausmacht, beschreibt unsere Seite zu Microsoft Suchkampagnen. Andere Formate stellt der Überblick Microsoft Ads Kampagnentypen vor.
Du kannst mit einem kleinen Tagesbudget starten und es erhöhen, sobald Ergebnisse vorliegen [3]. Legst du die Kampagne mit einem Tagesbudget an, ergibt sich das Monatslimit aus Tagesbudget mal Anzahl der Tage im Monat [12]. Zur Wahl stehen unter anderem Enhanced CPC, Klicks maximieren, Conversions maximieren, Ziel-CPA und Ziel-ROAS [12]. Die conversion-basierten Varianten funktionieren erst mit eingerichtetem Tracking [12].
Alle Anzeigengruppen einer Kampagne teilen sich das Kampagnenbudget; eine Anzeigengruppe bündelt eng verwandte Anzeigen und Keywords [8]. Als Vorlage für die Gliederung eignet sich die Struktur deiner Website [8].
Weitgehend passend (Broad Match) ist bei Microsoft die Standard-Keyword-Option, und Microsoft empfiehlt sie [17]. Ist die Mehrheit der Suchbegriffe im Bericht unpassend, empfiehlt Microsoft, Phrase oder Exact Match in Betracht zu ziehen [17]. Auszuschließende Keywords legen fest, bei welchen Suchanfragen deine Anzeige nicht erscheint; sie können Exact oder Phrase Match sein [17].
Ausrichten kannst du unter anderem nach Standorten, auch im Umkreis, nach Werbezeitplan, Gerätetyp und demografischen Merkmalen bis hin zu Unternehmen, Branche und beruflicher Funktion [18]. Achte bei Standorten auf die gewählte Option: Eine Variante erfasst nicht nur Personen im Zielgebiet, sondern auch Personen, die danach suchen oder Seiten darüber ansehen [18]. Ob das gewollt ist, hängt davon ab, wo deine Kundschaft sitzt.
Jede Standard-Anzeigengruppe sollte mindestens eine aktive responsive Suchanzeige haben [19]. Titel und Beschreibungen werden in wechselnder Reihenfolge ausgespielt; fixierst du Positionen, schränkst du die möglichen Kombinationen ein [19]. Fixiere deshalb nur, was wirklich an einer bestimmten Stelle stehen muss.
Schau zuerst auf den Prüfstatus. Seit November 2025 prüft Microsoft neben ganzen Anzeigen auch einzelne Titel, Beschreibungen und Bilder; eine Anzeige läuft weiter, solange genug Assets freigegeben sind [20]. Abgelehnte Einzelassets können deshalb leicht übersehen werden.
Danach zählen die ersten Daten. Prüfe im Suchbegriffsbericht, ob die Anfragen zu deinem Angebot passen, und schärfe Keyword-Optionen oder Ausschlüsse nach [17]. Kontrolliere, ob Conversions im Konto ankommen. Und wenn ein geplanter Import aktiv ist: Lege fest, wo künftig gepflegt wird, sonst überschreibt der nächste Lauf deine Anpassungen [2].
Ein Industriezulieferer betreibt in Google Ads zwei Suchkampagnen und möchte Microsoft Ads testen. Das Marketingteam legt ein Werbekonto im Expertenmodus an, prüft vor dem Bestätigen die Währung und baut zuerst den UET-Tag über den vorhandenen Tag-Manager ein. Danach entsteht das Conversion-Ziel für Kontaktanfragen.
Erst dann folgt der Import beider Kampagnen – einmalig, weil das Team die Gebote im Microsoft-Konto separat steuern will. Nach dem Import kontrolliert es die Gebotsstrategien, legt fehlende Remarketing-Listen neu an, gleicht die Ausschlusslisten ab und prüft die Standortoption. Einen Zeitplan für weitere Importe richtet es bewusst nicht ein.
Wie wird bei Microsoft Ads abgerechnet?
Für Suchkampagnen stehen klickbasierte Gebotsstrategien wie Enhanced CPC oder „Klicks maximieren“ zur Wahl [12]. Für Smart-Kampagnen schreibt Microsoft ausdrücklich, dass nur Klicks Kosten verursachen [21]. Bei Konten mit nachträglicher Abrechnung über eine Abrechnungsschwelle merkt Microsoft typischerweise eine Autorisierung über 120 Prozent der aktuellen Schwelle vor [11].
Brauche ich ein Verwaltungskonto oder mehrere Werbekonten?
Das Verwaltungskonto (Manager Account) ist die oberste der vier Ebenen, darunter liegen die Werbekonten [8]. Laut Microsoft reicht in der Regel aber ein einziges Werbekonto [8].
Wie viele Titel und Beschreibungen braucht eine responsive Suchanzeige?
Bei manueller Eingabe sind es 5 bis 15 Titel und bis zu 4 Beschreibungen [19]. Nutzt du automatisch generierte Assets, brauchst du mindestens 3 Titel und 2 Beschreibungen [19].
Funktioniert der UET-Tag auch über den Google Tag Manager?
Ja. UET funktioniert laut Microsoft mit gängigen Tag-Management-Systemen, der Google Tag Manager wird ausdrücklich genannt [22].
Wird eine Anzeige nach jeder Änderung neu geprüft?
Nicht die ganze Anzeige: Bearbeitest du ein einzelnes Asset, geht nur dieses erneut in die Prüfung [20].
Wie stark kann ich Gebote nach Gerät oder Standort anpassen?
Gebotsanpassungen sind bis plus 900 Prozent und bis minus 90 Prozent möglich, bei Gerätetypen von minus 100 bis plus 900 Prozent [18].
Microsoft Ads einrichten heißt vor allem, die richtige Reihenfolge einzuhalten: erst Konto und Grundeinstellungen, dann Tracking, dann Import oder Neuanlage. Der Google-Import spart Zeit, liefert aber keine fertige Kopie – Gebotsstrategien, Zielgruppen, Ausschlüsse, Standorte und URL-Parameter brauchen eine Nacharbeit. Die wichtigste Grundsatzentscheidung fällt beim Importrhythmus: Ein geplanter Import hält beide Konten gleich, macht eigene Optimierungen im Microsoft-Konto aber zunichte.
Das Wichtigste auf einen Blick
Du hast dein Konto eingerichtet oder Kampagnen importiert und willst wissen, ob alles sauber sitzt?
Im Microsoft-Ads-Check schauen wir uns Einstellungen, Import und Tracking an. Wie wir Microsoft Ads insgesamt betreuen, steht auf der Seite Microsoft Ads.
Microsoft-Ads-CheckQuellen
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