Was ist Native Advertising? Wie Unternehmen mit Native Ads neue Kunden gewinnen
Ein Überblick über Formate, Plattformen, Kosten und Kennzeichnung, damit du entscheiden kannst, ob Native Ads zu deinem Unternehmen passen.
Ein Überblick über Formate, Plattformen, Kosten und Kennzeichnung, damit du entscheiden kannst, ob Native Ads zu deinem Unternehmen passen.
Native Advertising ist bezahlte Werbung, die sich in Form und Erscheinungsbild an ihr Umfeld anpasst, etwa an einen Artikel-Feed oder eine Empfehlungsleiste. Bevor du eine Kampagne startest, solltest du Formate, Plattformen, Kosten und Kennzeichnung kennen. Dieser Artikel ordnet das sachlich ein, mit belegten Quellen und ohne Preisversprechen. Einen kürzeren Überblick samt Trends findest du in unserem Artikel Native Ads: Chancen, Formate und Trends.
Der Artikel richtet sich an Marketingverantwortliche, die Native Advertising erstmals einordnen oder mit anderen Kanälen vergleichen möchten. Er erklärt die Begriffe, stellt belegte Formate und Plattformen vor und zeigt, wo die Grenzen liegen.
TL;DR
Native Advertising ist bezahlte Online-Werbung im Erscheinungsbild ihres Umfelds [1][2]. Typische Formate sind In-Feed-Anzeigen, Branded Content und Empfehlungen auf Publisher-Seiten [1][3]. Eine Schweizer Studie fand, dass etwa ein Drittel der Teilnehmenden Native Ads nicht als bezahlte Inhalte erkannte [4]. Kennzeichnung und Erfolgsmessung gehören deshalb von Anfang an zur Planung.
Native Advertising ist bezahlte Online-Werbung, die „die spezifische Form und das Erscheinungsbild des redaktionellen Inhalts des Herausgebers annimmt“, so beschreibt es eine Studie der Universität Wien [2]. Der Branchenverband IAB formuliert es als Anspruch: Anzeigen sollen sich „so cohesive with the page content“ einfügen, also eng mit dem Inhalt der Seite verzahnt sein [1].
Im Folgenden verwenden wir „Native Ads“ und „Native Advertising“ gleichbedeutend. Der Kern der Idee ist die Anpassung an das Umfeld. Genau sie wirft aber die Frage auf, ob Nutzer die Werbung als Werbung erkennen. Darauf gehen die Abschnitte zu den Grenzen und zur Kennzeichnung ein.
Nach Angaben des Blogs Handelskraft (dotSource) fügen sich Native Ads „optisch und inhaltlich nahtlos in das Umfeld ein“, während Display Ads „klar als Werbung erkennbar“ sind [5]. Das ist die Beschreibung eines Anbieters, kein Messergebnis: Sie sagt, wie das Konzept gedacht ist, nicht, wie die Anzeigen bei Nutzern tatsächlich ankommen.
Laut Handelskraft zielt Content-Marketing auf organische Reichweite, Native Advertising dagegen ist „eine bezahlte Werbeform“ [5]. Unsere Einordnung: Ein Inhalt aus dem Content-Marketing kann grundsätzlich auch bezahlt beworben werden. Entscheidend ist dann, ob für die Reichweite bezahlt wird. Das ist keine belegte Aussage.
Für die Entscheidung im Alltag ist deshalb weniger die Bezeichnung wichtig als die Frage, was du erreichen willst. Soll eine Anzeige schnell auf ein Angebot aufmerksam machen, kann Display-Werbung reichen. Soll ein Inhalt etwas erklären und Vertrauen aufbauen, kommen Native-Formate infrage. Beides sind Abwägungen, keine belegten Regeln.
Die folgende Tabelle zeigt drei Formate und eine Funktion, die sich mit Quellen belegen lassen.
| Format | Kurzbeschreibung | Beispiel-Anbieter | Quelle |
|---|---|---|---|
| In-Feed | Anzeigen, die in Artikel- und Inhalts-Feeds platziert werden | Definition des IAB, ohne Plattformangabe | [1] |
| Branded/Native Content | Bezahlter Inhalt einer Marke | Definition des IAB, ohne Plattformangabe | [1] |
| Content-Empfehlungen | Inhalte, die als Empfehlungen auf Publisher-Seiten erscheinen | Taboola, Outbrain | [3][6] |
| Suchanzeigen mit Ausweitung auf native Platzierungen (Funktion) | Optionale Ausweitung von Suchanzeigen auf native Platzierungen über Image Extensions im Rahmen von Audience Ads | Microsoft Advertising | [7] |
Das IAB beschreibt In-Feed-Anzeigen als „placed in article and content feeds“ [1] und Branded/Native Content als „paid content from a brand“ [1]. Outbrain spricht davon, dass Inhalte „as recommendations on the web's largest premium publisher sites“ erscheinen [6].
Bei Microsoft Advertising lassen sich Suchanzeigen laut Dokumentation (Stand 26.06.2025) optional über Image Extensions im Rahmen von Audience Ads auf native Platzierungen ausweiten; die Dokumentation formuliert es so: „you can also extend search into native via image ad extensions“ [7]. Die Grenzen zwischen den Formaten verlaufen also nicht immer scharf.
Für die Praxis heißt das: Bevor du ein Format auswählst, lohnt sich die Frage, wo deine Zielgruppe Inhalte liest und welche Art von Inhalt du dort platzieren willst. Ein erklärender Beitrag braucht ein anderes Umfeld als eine kurze Anzeige im Feed. Das ist eine Einordnung, kein Studienergebnis.
Native Ads laufen über Empfehlungsnetzwerke, über Werbeplattformen von Suchmaschinenanbietern und in Feeds. Belegen lassen sich die folgenden Beispiele.
Taboola beschreibt seinen Dienst als Empfehlungen von Inhalten, Produkten und Dienstleistungen; die Darstellung lässt sich an die Oberfläche der umgebenden Webseite anpassen [3]. Outbrain Amplify spielt Inhalte als Empfehlungen auf Publisher-Seiten aus [6]. Beide Angaben stammen aus der Dokumentation der Anbieter.
Microsoft Audience Ads erreichen Zielgruppen laut Microsoft in „display, native, and video placements“ [7]. Native Platzierungen sind dort also eine von mehreren Anzeigenarten (Stand der Dokumentation: 26.06.2025).
In-Feed-Formate sind nicht auf Empfehlungsnetzwerke beschränkt. Das IAB beschreibt sie allgemein als Anzeigen in Artikel- und Inhalts-Feeds [1]. Welche Plattformen solche Formate anbieten und wie sie sich unterscheiden, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Einen Überblick über unsere Leistungen in diesem Bereich findest du auf der Seite zu Social-Media-Ads.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die Kosten hängen nach Angaben von Seeding Alliance, einem Anbieter, von diesen Faktoren ab: „Reichweite, Zielgruppe, Publisher-Umfeld, Format und Laufzeit“ [8].
Zur Abrechnung ein Beispiel von einer einzelnen Plattform: Bei Readpeak legen Werbetreibende den maximalen Preis pro Klick fest („Advertisers set the maximum cost-per-click (CPC) they are willing to pay“) [9]. Wegen der programmatischen Auktion zahlt man am Ende einen effektiven CPC (eCPC), also nicht zwingend das Gebot [9]. Das ist die Dokumentation einer Plattform mit dem Stand Juni 2025; Abrechnungsmodelle können sich je nach Anbieter unterscheiden.
Konkrete Beträge nennen wir bewusst nicht. Sie hängen von den genannten Faktoren ab und lassen sich ohne Bezug auf eine bestimmte Kampagne nicht seriös beziffern.
Seeding Alliance beschreibt Native Advertising als geeignet „überall dort, wo eine Botschaft mehr braucht als einen Sichtkontakt“ [8]. Ob das auf dein Angebot zutrifft, siehst du am besten an der Frage, wie viel Erklärung es braucht, bevor jemand anfragt. Braucht dein Angebot kaum Erklärung und genügt eine einfache Anzeige, ist der Aufwand für ein eigenes Native-Format womöglich nicht gerechtfertigt. Auch das ist eine Einschätzung und keine belegte Aussage.
Die Anpassung ans Umfeld hat eine Kehrseite: Nutzer erkennen die Werbung nicht immer. In einem Online-Experiment der ZHAW mit 1.800 Teilnehmenden aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz erkannte etwa ein Drittel Native Ads nicht als bezahlte Inhalte [4]. Im Eye-Tracking-Teil der Studie (24 Personen zwischen 16 und 29 Jahren) wurden Hinweise auf Sponsoring kaum beachtet [4].
Eine österreichische Studie von 2020 betrachtete Wahrnehmung und Kennzeichnung auf Nachrichtenportalen. Nur rund ein Viertel der Befragten gab an, den Begriff „Sponsored Content“ zu kennen und auch zu wissen, was er bedeutet [2]. Eine Kennzeichnung machte erst dann einen signifikanten Unterschied dabei, ob die Anzeige als Werbung erkannt wird, wenn sie sehr auffällig war [2].
Zwei Einschränkungen: Die Studien stammen aus der Schweiz (2021) und aus Österreich (2020), für Deutschland haben wir keine vergleichbare Erhebung gefunden. Und der ZHAW-Teil mit Eye-Tracking hatte eine kleine Stichprobe.
Unsere Einschätzung: Daraus ergibt sich ein Zielkonflikt. Je unauffälliger die Kennzeichnung ist, desto größer dürfte das Risiko sein, dass Nutzer die Anzeige nicht als Werbung erkennen. Das ist kein Studienergebnis.
Werbung muss als Werbung erkennbar sein [11]. Dieser Abschnitt ist eine Einordnung und keine Rechtsberatung; für deinen Einzelfall solltest du eine rechtliche Prüfung einholen.
Zwei Anknüpfungspunkte im deutschen Recht: § 5a Abs. 4 UWG („Irreführung durch Unterlassen“) betrifft das Nicht-Kenntlichmachen des kommerziellen Zwecks einer geschäftlichen Handlung („den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht“) [10]. Das gilt nach der Vorschrift nur, sofern sich der kommerzielle Zweck nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt und das Nichtkenntlichmachen geeignet ist, zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die sonst nicht getroffen worden wäre [10].
§ 6 Abs. 1 Nr. 1 DDG verlangt, dass „kommerzielle Kommunikationen klar als solche zu erkennen sein müssen“ [11].
Dazu kommt ein Leitfaden der medienanstalten zur Werbekennzeichnung bei Online-Medien (Stand Juni 2021). Für Werbung in Social-Media-Beiträgen und auf Blogs verlangt er, dass sie „auf den ersten Blick zu erkennen sein“ muss [12]. Als nicht ausreichend nennt er unklare Wortschöpfungen wie „Infomercial“ und „Advertorial“ [12]. Sein Geltungsbereich sind Social-Media-Angebote und sonstige Online-Medien wie Blogs und Podcasts; Native-Netzwerke behandelt er nicht ausdrücklich [12].
Die österreichische Studie aus dem vorigen Abschnitt deutet darauf hin, dass die Auffälligkeit der Kennzeichnung eine Rolle spielt; zur Verständlichkeit von Begriffen liefert sie unter anderem den Wert zu „Sponsored Content“ [2].
Die Plattform Readpeak führt in ihrer Dokumentation (Stand Juni 2025) vier Kennzahlen auf: Cost-per-click, Klickrate, Verweildauer auf der Website und Conversions [9]. Zwei davon stehen hier im Fokus. Die Klickrate (CTR) zeigt den Anteil der Nutzer, die nach dem Sehen der Anzeige klicken („CTR reflects the percentage of users who click on an ad after viewing it“) [9]. Die Verweildauer auf der Website nach dem Klick dient als Hinweis auf die Qualität des Inhalts („Longer time spent on site suggests that your content is engaging“) [9].
Klickrate und Verweildauer sagen allein noch wenig über Anfragen. Dafür braucht es ein Tracking, das Klicks mit Anfragen verknüpft; das ist eine Einordnung. Hilfreich ist, die Kennzahlen vor dem Start festzulegen und dieselben Werte über die gesamte Laufzeit zu beobachten. So erkennst du, ob sich Klickrate und Verweildauer verändern, wenn du Format, Zielgruppe oder Zielseite anpasst. Mehr dazu findest du auf unserer Seite zum Tracking.
Wer mit Native Ads Anfragen gewinnen will, sollte außerdem prüfen, ob die Zielseite zum Versprechen der Anzeige passt. Eine Anzeige, die etwas erklärt, aber auf eine reine Verkaufsseite führt, kann Erwartungen enttäuschen. Auch das ist eine Einordnung.
Wenn du bei mehreren Punkten unsicher bist, ist das ein guter Anlass für ein Gespräch, mehr dazu am Ende des Artikels.
Ein mittelständischer Anbieter von Branchensoftware (fiktives Beispielunternehmen) will qualifizierte Anfragen gewinnen. Angenommen wird: Das Ziel sind Anfragen, nicht Reichweite (A1), das Budget ist begrenzt (A2) und eine passende Zielseite existiert bereits (A3).
Sind „Native Ads“ und „Native Advertising“ dasselbe?
In diesem Artikel verwenden wir beide Begriffe gleichbedeutend.
Ist Native Advertising dasselbe wie ein Advertorial?
Eine eindeutige Abgrenzung zwischen „Advertorial“ und Native Advertising haben wir in unseren Quellen nicht gefunden. Beim Thema Kennzeichnung ist wichtig: Der Leitfaden der medienanstalten nennt „Advertorial“ für Social-Media-Beiträge und Blogs als nicht ausreichende Kennzeichnung [12].
Was ist der Unterschied zwischen Native Ads und Suchanzeigen?
Nach den Definitionen von IAB und Universität Wien erscheinen Native Ads im Umfeld von Inhalten, etwa in Feeds [1][2]. Unsere Einordnung: Suchanzeigen werden üblicherweise als eigene Kategorie betrachtet. Die Grenze verschwimmt aber: Bei Microsoft Advertising lassen sich Suchanzeigen optional über Image Extensions im Rahmen von Audience Ads auch auf native Platzierungen ausweiten [7].
Welche Inhalte eignen sich für Native Ads?
Seeding Alliance nennt Botschaften, die „mehr braucht als einen Sichtkontakt“ [8]. Unsere Einordnung: Das spricht für erklärende Inhalte, die etwas einordnen oder zeigen, wie ein Problem gelöst wird. Das ist keine belegte Aussage.
Native Advertising verbindet bezahlte Reichweite mit einer Darstellung, die sich dem Umfeld anpasst [1][2]. Genau dort liegt die Herausforderung: Studien aus der Schweiz und Österreich zeigen, dass Erkennbarkeit und verständliche Kennzeichnung nicht selbstverständlich sind [4][2]. Wer Native Advertising einsetzt, wählt Format und Plattform bewusst, klärt die Kennzeichnung rechtlich, versteht die Kostenlogik und misst den Erfolg an einem Ziel statt nur an Klicks.
Das Wichtigste auf einen Blick
Wenn du prüfen möchtest, ob Native Ads zu deinem Unternehmen passen, sprechen wir in einem kostenlosen Erstgespräch zu Native Ads darüber.
Mehr zu unserem Angebot findest du auf der Seite zu Native Ads.
Native AdsQuellen
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